ERNÄHRUNGSTHERAPIE
Ernährungstherapie - was ist das?
Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität hängen maßgeblich von der Ernährung ab. Eine bedarfsgerechte Kombination verschiedener Nährstoffe liefert die Energie und Substanzen für alle Körperfunktionen und -strukturen. Beim Gesunden sichert das tägliche Essen die Versorgung mit all dem, was der Organismus braucht. Allerdings gibt es Situationen, in denen die Nahrungsaufnahme nicht ausreicht oder sogar unmöglich ist.
Unzureichende Nahrungszufuhr führt aber unweigerlich zu einer Mangelernährung, die den Verlauf einer Erkrankung negativ beeinflusst, die Heilungschancen mindert und selbst ein hohes Krankheitsrisiko birgt. Um einer drohenden Mangelernährung vorzubeugen, oder eine bereits bestehende zu beseitigen, wird die Ernährung zur therapeutischen Maßnahme.
Eine Ernährungstherapie kann erwiesenermaßen den Verlauf von Erkrankungen günstig beeinflussen, das Komplikationsrisiko senken, den Therapieerfolg fördern und Klinikaufenthalte verkürzen.
Für eine Ernährungstherapie gibt es zwei unterschiedliche Wege:
enteral durch den Magen-Darm-Trakt (aus dem griechischen enteron = der Darm) oder
parenteral ( = unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes) direkt in die Blutbahn.
Beide Therapieformen werden oft unter dem Begriff klinische Ernährung zusammengefasst, sind aber keineswegs nur in der Klinik durchführbar (s.u. Home Care).
Enterale Ernährung
Eine enterale Ernährungstherapie ist erforderlich, wenn ein Patient gar nicht oder nur unzureichend essen kann, aber eine ausreichende Verdauungsfunktion hat (z.B. bei Kau- oder Schluckproblemen, Appetitlosigkeit, Schwäche, neurologischen Erkrankungen, Bewusstlosigkeit oder Magen-Darm-Erkrankungen). Spezielle Nahrungen sind in ihrer Zusammensetzung auf verschiedene Krankheiten und Anforderungen abgestimmt. Die enteralen Nahrungen werden getrunken (Trinknahrungen) oder über einen dünnen Schlauch, eine Sonde, zugeführt (Sondennahrungen). Diese Sonde wird entweder durch die Nase in den Magen geführt, oder sie wird dauerhaft durch eine kleine Öffnung in der Bauchdecke in den Magen oder den Dünndarm gelegt.
Enterale Ernährung kann unzureichendes Essen ergänzen oder den gesamten Nährstoff- und Flüssigkeitsbedarf decken. Die Auswahl einer geeigneten Nahrung, der optimalen Menge und des besten Zufuhrweges richtet sich nach der Erkrankung des Patienten, dem Ernährungszustand, der voraussichtlichen Dauer und dem erforderlichen Anteil der enteralen Nahrung, Unverträglichkeiten, dem Alter, der Aktivität, und nicht zuletzt nach Geschmacksvorlieben.
Informationen zu den Nahrungen finden Sie hier: Trinknahrungen, Sondennahrungen, Spezialprodukte.
Detaillierte Informationen zum Thema Enterale Ernährung finden Sie unter www.enterale-ernaehrung.de
Parenterale Ernährung
Patienten, die nicht, oder nicht ausreichend, über den Magen-Darm-Trakt ernährt werden können, erhalten die Nährstoffe direkt in die Blutbahn mittels Infusion. Diese erfolgt intravenös
(= in eine Vene) entweder am Arm (periphervenös) oder in eine große Hohlvene in Herznähe (zentralvenös). Über den Zufuhrweg entscheidet u.a. die Art und Zusammensetzung der Infusionslösung.
Viele Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen, vor oder nach Darmoperationen, nach Entfernung großer Teile des Dünndarms (sog. Kurzdarm-Syndrom), oder nach anderen schweren Operationen müssen parenteral ernährt werden. Eine vollständige oder zumindest teilweise parenterale Ernährung (auch in Kombination mit enteraler Ernährung, siehe oben) brauchen auch viele frühgeborene Säuglinge oder schwerkranke Intensivpatienten.
Eine intravenöse Ernährungstherapie führt alle notwendigen Nährstoffe zu - so aufbereitet, wie sie auch nach der Verdauung normaler Kost im Blut ankommen. Die Art und Menge der infundierten Lösungen hängt von der Erkrankung des Patienten, dem Gewicht und Ernährungszustand, dem Flüssigkeitsbedarf und auch der voraussichtlichen Dauer der parenteralen Ernährung ab. Aus einer Vielzahl von Produkten von Fresenius Kabi kann für jeden individuellen Patienten eine geeignete parenterale Ernährung zusammengestellt werden. Dafür sind spezifische Nährstoff-Einzellösungen sowie auch Kombinations- oder Komplettlösungen, die bereits alle Nährstoffe in einem Infusionsbeutel enthalten, verfügbar (s.u. Parenterale Ernährung).
Ambulante Ernährungstherapie
Enterale oder parenterale Ernährung ist auch zu Hause oder in einem Pflegeheim möglich. Das Ziel ist
eine in der Klinik begonnene Ernährungstherapie konsequent und auf gleichem Qualitätsniveau fortzusetzen,
oder einer bestehenden oder drohenden Mangelernährung frühzeitig entgegen zu wirken, so dass ein Klinikaufenthalt aus diesem Grund gar nicht erforderlich wird.
Fresenius Kabi bietet neben den Nahrungen oder Infusionslösungen und dem gesamten Zubehör alle für eine ambulante Versorgung erforderlichen Dienstleistungen an: die Schulung von Patienten, Angehörigen und Pflegepersonal, eine umfassende Betreuung und Hilfe bei Problemen sowie die Klärung der Kostenübernahme. All dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Klinik, dem Hausarzt, der Apotheke und ggf. dem Pflegedienst oder der Heimleitung.
Möchten Sie mehr dazu erfahren, klicken sie hier: Home Care
Mangelernährung
Eine Mangelernährung entsteht, wenn die Zufuhr an Nährstoffen über längere Zeit geringer ist als der tatsächliche Bedarf. Dabei kann ein genereller Mangel an allen Nährstoffen und Energie vorliegen, es kann aber auch nur an einzelnen unverzichtbaren Nährstoffen mangeln.*
Die Gründe können vielfältig sein, beruhen aber oft auf erhöhtem Bedarf (z.B. bei Tumorerkrankungen, Fieber, Verletzung oder Operation), zu geringer Aufnahme (z.B. wegen Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kau- oder Schluckstörung, Völlegefühl, schwierig einzuhaltenden Diätvorschriften, neurologischer Erkrankung, gestörter Verdauungsfunktion), übermäßigen Verlusten (Darmerkrankungen, Erbrechen, Durchfall).
Oft kommen mehrere Ursachen zusammen. Eine krankheitsbedingte Abneigung gegen viele Speisen bei gleichzeitig erhöhtem Nährstoffbedarf (z.B. bei Patienten mit Krebserkrankungen) kann innerhalb kurzer Zeit zu starkem Gewichtsverlust führen. Auch viele Patienten mit Magen-, Darm-, Nieren- oder Lebererkrankungen sind nicht in der Lage, ihren Nahrungsbedarf zu decken.
Besonders alte, vor allem pflegebedürftige Menschen können häufig nicht ausreichend essen, wenn zu fehlendem Hunger und allgemeiner Appetitlosigkeit noch ungewohnte Kost und möglicherweise Kau- und Schluckstörungen hinzukommen. Kinder und junge Erwachsene sind ebenfalls betroffen, vor allem wenn angeborene Stoffwechselerkrankungen (z.B. Mukoviszidose), Allergien oder entzündliche Darmkrankheiten (z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) die Verträglichkeit und Verdauung vieler Lebensmittel einschränken.
Einem besonderen Risiko der Mangelernährung sind kritisch kranke Intensivpatienten ausgesetzt. Sie sind durch ihre Krankheit (schwere Verletzungen und/oder Infektionen, Verbrennung, Organversagen) in einem extremen Stresszustand, der besondere Umstellungen in ihrem Stoffwechsel bewirkt. Der Umsatz und Verbrauch bestimmter Nährstoffe ist stark beschleunigt und der Bedarf entsprechend hoch (Kritisch Kranke).
Gewichtsabnahme ist nur eine der vielen Folgen einer Mangelernährung, sie wird möglicherweise sogar durch gesteigerte Flüssigkeitseinlagerungen kaschiert. Weitere Konsequenzen sind:
allgemeine Schwäche und Müdigkeit
Störungen der Denk- und Reaktionsfähigkeit
bei Kindern verzögertes Wachstum
geschwächte Immunabwehr, erhöhtes Infektrisiko
Hautprobleme, erhöhtes Dekubitus-Risiko
verzögerte oder ausbleibende Wundheilung
ein generell erhöhtes Komplikationsrisiko
ein verlängerter Klinikaufenthalt
erhöhte Sterblichkeit
Eine Verbesserung des Speisenangebotes, Berücksichtigung besonderer Wünsche, spezielle Diäten und Hilfe beim Essen sind oft nicht ausreichend, um eine bestehende Mangelernährung zu behandeln oder eine vorhersehbare zu verhindern.
In diesem Fall ist eine individuelle Ernährungstherapie angezeigt, sowohl für Patienten in der Klinik wie auch in einer Pflegeeinrichtung oder zu Hause.
Fresenius Kabi bietet ein breites Produktsortiment und ein umfassendes Dienstleistungsangebot für eine gezielte Ernährungstherapie bei Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen, Bedürfnissen, bestehender oder drohender Mangelernährung, spezifischen Stoffwechselproblemen und besonderen Risiken.
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* Unter einer Mangelernährung in diesem Sinne verstehen wir nicht eine gezielte Gewichtsabnahme bei Übergewicht. Wenn diese mit ärztlichem Einverständnis bzw. unter fachlicher Kontrolle durchgeführt wird, und die Diät ausreichende Mengen an essentiellen Nährstoffen enthält, kommt es nicht zu einer Mangelernährung.
Richtlinien und Empfehlungen
Ermittlung des Nährstoffbedarfs
Erkennung einer drohenden Mangelernährung
Über die folgende Internet-Seite können Sie eine drohende Mangelernährung erkennen sowie den Nährstoffbedarf eines Patienten bestimmen:
- Erkennung einer drohenden Mangelernährung: Screening
- Ermittlung des Body Mass Index BMI
- Ermittlung des Energiebedarfes
- Ermittlung des Eiweißbedarfes
- Ermittlung des Flüssigkeitsbedarfes
- Ernährungstherapieempfehlungen
Es werden Daten wie Körpergröße, Gewicht und Angaben zur Erkrankung (Operation, Verletzung, Infektion) eingegeben.
www.enterale-ernaehrung.de
Klicken Sie dort bitte auf "FresuDAT Onlineprogramm"
